Produktionen

7. & 8. Nov. 2008, 20.00 Uhr, Carl-Orff-Saal Gasteig
Déjà Donné (IT/CZ), „A Glimpse of Hope”

12. & 13. März 2009, 20.30 Uhr, Muffathalle
O Vertigo (CA), “La Chambre Blanche (recréation 2008)“

21. & 22. April 2009, 20.30 Uhr, Muffathalle
Xavier Le Roy (D/F), “Le Sacre du Printemps”

6. bis 10. Mai 2009, MUFFATWERK
Dutch me! - Niederlande Festival

23. & 24. Juni 2009, 20.30 Uhr, Muffathalle
Thomas Hauert(B), „accords“

Juli 2009
Anna tanzt IV

Déjà Donné: A Glimpse of Hope

7. & 8. November 2008, 20.00 Uhr, Carl-Orff-Saal
Saisonstart bei ACCESS TO DANCE 20087/2009

„A GLIMPSE OF HOPE“ ist der zweite Teil der Trilogie „Happiness is Only a Question of Habit“, die sich mit gesellschaftlichen Konventionen und dem Bedürfnis nach materieller Sicherheit beschäftigt. Nach dem 2006 entstandenen ersten Teil “My name is King”, der ausschließlich für Männer konzipiert wurde, werfen nun fünf Frauen einen (weiblichen) Blick auf die Welt. Sie durchstreifen die letzten 50 Jahre, beobachten wie wir damals lebten und wie wir heute leben und ziehen so eine Verbindungslinie zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Dies geschieht auf durchaus humorvolle Art und Weise: In „A GLIMPSE OF HOPE“ werden geschichtliche Ereignisse und Gegebenheiten dazu verwendet, um mit Spaß zurückzublicken in die Vergangenheit und daraus seine persönlichen Schlüsse zu ziehen – ganz so, als würde man alte, aus der Mode gekommene Kleider überziehen. Dass sich dabei die nostalgischen Momente gelegentlich auch mit etwas Scham vermischen, die uns eine leichte Röte in die Wangen steigen lässt, ist hier nicht weiter schlimm. Denn der Witz und Charme von „A GLIMPSE OF HOPE“ führen dazu, dass die turbulenten Zeiten etwas weniger dramatisch erscheinen. So entlässt die Choreographie von Simone Sandroni und Lenka Flory den Zuschauer mit Hoffnung aus dieser zwischen Drama und Versöhnung angesiedelten Inszenierung.

Simone Sandroni und Lenka Flory begegneten sich Anfang der 90er Jahre als Tänzer bei der belgischen Kompanie Ultima Vez von Wim Vandekeybus. 1997 gründeten sie die Kompanie Déjà Donné und begannen eigene Stücke zu kreieren, zuerst in Prag, später in Italien. Stets von einem politisch-sozialen Zusammenhang ausgehend, ist die künstlerische Handschrift des Choreografen-Paares gekennzeichnet von einer dynamischen Bewegungssprache, einer starken emotional aufgeladenen Bildkraft und Humor.

Simone Sandroni, Gründungsmitglied von Ultima Vez, und Lenka Flory sind europaweit tätig und realisieren gemeinsam eine Vielzahl von Projekten für Kompanien und Festivals und Schulen. In der Spielzeit 2007/2008 wurde Simone Sandronis Stück "Cambio d'abito" beim Bayerischen Staatsballett uraufgeführt.

A Glimpse of Hope wird im Rahmen des Festivals DANCE gezeigt.
Weitere Infos

Choreographie: Simone Sandroni und Lenka Flory
Tänzerinnen: Heidi Strauss, Daria Menichetti, Virginia Spallarossa, Lara Tonetti, Eleonora Chiocchini
Musik: Gaetan van den Berg, Luigi Ceccarelli
Koproduktion: tanzhaus NRW, Theater im Pfalzbau, Ludwigshafen und DANCE 2008.
Mitveranstalter: JOINT ADVENTURES – Walter Heun und Muffatwerk im Rahmen von ACCESS TO DANCE. Die Veranstaltung wird ermöglicht durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Kulturfonds Bayern.
ACCESS TO DANCE ist eine Initiative der Tanzbasis e.V., gefördert durch den Tanzplan Deutschland – einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Kulturfonds Bayern.

O Vertigo: La chambre blanche (recréation 2008)

12. & 13. März 2009, 20.30 Uhr, Muffathalle

« … these are extreme situations and states of uncertainty, powerfully depicted by Laurin. [...] the “recreation” [...] pays off: the audience loved it. »
Frankfurter Allgemeine Zeitung
, Frankfurt, März 2008

La Chambre Blanche [recréation 2008] ist eine Neuinszenierung des 1992 geschaffenen Werkes der Gründerin und Choreographin von O Vertigo, Ginette Laurin. Scheinbar eingesperrt in einem hohen gekachelten weißen Raum werden neun Tänzer durch die einengende Situation mit der eigenen Verletzbarkeit und dem aufkommenden Wahnsinn konfrontiert. Laurin schafft eine Umgebung in der Emotionen, zwischenmenschliche Spannungen und das Eingesperrt-Sein rücksichtslos untersucht werden. Wie in allen ihren Choreographien treibt die für ihre „Anatomie des Schwindels“ bekannte Ginette Laurin ihre Tänzer auch hier an die Grenzen physischer und psychischer Belastbarkeit. Theatrale Szenen wechseln dabei mit reinen Tanzsequenzen ab, die mal in Stiefeln, mal in Spitzenschuhen präsentiert werden. Dieses choreographische Werk ist eines von Laurin’s bedeutendsten Stücken und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Ginette Laurin
Ginette Laurin kreierte über 40 Stücke und gehört zu den führenden Choreographen der zeitgenössischen Tanzlandschaft in Kanada. Die 1984 gegründete Kompanie O Vertigo tourt in Kanada, USA, Europa, und Asien. Seit einigen Jahren arbeitet Laurin vermehrt multidisziplinär, bedient sich dabei verschiedener Formen von Tanz, Performance, Video Projektionen und Photographie, und beweist dabei eine unerschöpfliche Experimentierfreude.

Rahmenprogramm:
12. März, 19.45 Uhr: Einführung
13. März, 19.45 Uhr: Einführung sowie 22.00 Uhr: Publikumsgespräch mit Kompaniemitgliedern im Anschluss an die Vorstellung

Choreographie: Ginette Laurin
Tänzer: Rémi Laurin-Ouellette, Brianna Lombardo, Chi Long, Robert Meilleur, Marie-Ève Nadeau, Gillian Seaward, Neil Sochasky, Audrey Thibodeau, Wen-Shuan Yang
Probenleitung: Annie Gagnon
Licht: Martin Labrecque
Bühne: Stéphane Roy
Originalmusik: Nicolas Bernier und Jacques Poulin-Denis
Kostüme: Jean-Yves Cadieux
Garderoben-Assistenz: Nicole Langlois
Maske: Angelo Barsetti
Produktionsmanager: Chi Long
Dauer: 60 Minuten, keine Pause
Performance in Englisch und Französisch
Koproduktion: Place des Arts (Canada), National Arts Centre (Canada), Festival international de nouvelle danse de Montréal (Canada), Canada Dance Festival Northern Telecom 1992, McLean Foundation (Canada), Danse à Lille (France).

Xavier Le Roy: Le sacre du printemps

21. & 22. April 2009, 20.30 Uhr, Muffathalle

„Es ist dies nicht der erste solistische «Sacre». Trotzdem ist er ungewöhnlicher als das meiste, was da und dort zu Strawinskys Provokation getanzt wird.
[…] eine Art Autoreflexion und als solche hochintelligent.“
Lilo Weber, Neue Zürcher Zeitung 20.12.2007

Für „Le Sacre du Printemps“ studierte Le Roy eine Videoaufnahme von Sir Simon Rattles Interpretation des Meisterwerks von Igor Stravinsky und entwickelte aus den Bewegungen des Dirigenten seine Choreographie. Entstanden ist eine faszinierende Auseinandersetzung mit Bewegung und Musik, die Fragen nach Erzeugung von Klang, Synchronisation von Hören und Sehen, sowie Absicht und Motivation von Bewegungen aufwirft. Le Roys Arbeit ist komplex und vielschichtig – und gleichzeitig ein extrem unterhaltsames, optisches und akustisches Ereignis.

Xavier Le Roy arbeitet seit 1991 als Tänzer und Choreograph und wurde 2006 zum Choreographen des Jahres gewählt. Er kooperierte mit zahlreichen Künstlern wie z.B. Eszter Salomon und war an Fortbildungsprojekten in unterschiedlichen Kontexten und Institutionen beteiligt. 2007/2008 war er Associated Artist im Centre Chorégraphique National de Montpellier.

Weitere Infos

Konzept und Performance: Xavier Le Roy
Musik: Igor Stravinsky
Klangregie: Peter Böhm
Aufnahme: Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Sir Simon Rattle
Künstlerische Mitarbeit: Berno Polzer, Bojana Cvejic
Organisation: Alexandra Wellensiek
Produktion: in situ productions (D) und Le Kwatt (F)
Koproduktion: Centre chorégraphique national de Montpellier Languedoc-Roussillon (Xavier Le Roy ist Associated Artist 2007/08), Les Subsistances / Residence - Lyon, Tanz im August - Internationales Tanzfest 2007 - Berlin, PACT Zollverein Choreographisches Zentrum NRW - Essen
Gefördert durch das Nationale Performance Netz aus Mitteln des Tanzplans Deutschland der Kulturstiftung des Bundes

Thomas Hauert: accords

23. & 24. Juni 2009, 20.30 Uhr, Muffathalle, Einführung 19.45 Uhr

Musik spielt für den Choreographen Thomas Hauert und seine Kompanie ZOO eine fundamentale Rolle. Denn Musik ist selbst Bewegung, die Bewegungen im Menschen entstehen lässt. Auch in „accords“ erforschen Hauert und seine Tänzer die genuine Beziehung zwischen Musik und Tanz und setzen dabei ihre Suche nach der Unendlichkeit der menschlichen Bewegungsmöglichkeiten fort. Spielerisch loten sie die größtmögliche Bandbreite an Formen, Rhythmen und Interaktionen aus. Die auf Improvisation aufbauenden Bewegungen des Einzelnen gehen dabei in ständigem Wechsel in der Gesamtbewegung der Gruppe auf.

Was von außen betrachtet eine feste Choreographie zu sein scheint, ist in Wirklichkeit improvisierter Tanz innerhalb vorgegebener Spielregeln. So entsteht eine choreographische Komplexität, die gleichermaßen auf der individuellen Freiheit des Einzelnen sowie auf der permanenten Aufmerksamkeit für die anderen beruht. Dies ist nicht zuletzt den beiden Hauptanliegen Hauerts zu verdanken: die Unendlichkeit der Bewegungsmöglichkeiten des individuellen menschlichen Körpers auszuloten und die individuellen Bewegungsqualitäten in der Gruppe mit der musikalischen Struktur zu einem harmonischen Ganzen zusammenzuführen. Der Ausgangs- wie Endpunkt der Arbeiten von ZOO – der Name geht auf ein Buch zurück, das die Kompanie für Recherchezwecke verwendet hat – ist stets der gleiche: Die Suche nach neuen Bewegungsformen. „accords“ ist hierfür ein beeindruckendes Beispiel.

Thomas Hauert (*1967)
Nach seiner Ausbildung an der Rotterdamse Dansakademie ließ sich der Schweizer Choreograph Thomas Hauert in Brüssel nieder. Er tanzte drei Jahre lang in Anne Teresa De Keersmaekers Kompanie Rosas und arbeitete anschließend mit Gonnie Heggen, David Zambrano und Pierre Droulers. 1998 gründete er die Kompanie ZOO und inszenierte Cows in Space (1998), ein Stück für fünf Tänzer, das umgehend auf den « Rencontres chorégraphiques de Seine-Saint-Denis » ausgezeichnet wurde. Mit den gleichen Tänzern kreierte er Pop-up Songbook (1999), Jetzt (2000) und Verosimile (2002). Für modify (2004) erhielt Thomas Hauert den Schweizer Tanzpreis 2005. Des Weiteren entstanden Walking Oscar (2006), eine Performance aus Bewegung, Liedern und Texten, und Puzzled (2007). Parallel zu seiner Arbeit für ZOO inszenierte Thomas Hauert außerdem Ha Mais (2002) mit einer Gruppe Tänzer aus Mosambik, sowie Arbeiten mit Studenten von PARTS und der Londoner Laban School.

Weitere Infos

Konzept & Direktion: Thomas Hauert
Choreografie & Tanz: Thomas Hauert, Martin Kilvady, Sara Ludi, Chrysa Parkinson, Zoë Poluch, Mat Voorter und Samantha van Wissen
Licht & Inszenierung: Jan Van Gijsel
Kostüme: OWN
Produktion: ZOO
Koproduktion: Kunstenfestivaldesarts, Brüssel – Kaaitheater, Brüssel – PACT Zollverein, Essen – Alkantara, Lisboa – Mercat de les Flors, Barcelona
In Partnerschaft mit: Veranstalterfonds, reso-Tanznetwerk Schweiz
Mit Unterstützung von: flämische Regierung, Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung, flämische Gemeinschaftskommission, « Ein Kulturengagement des Lotterie-Fonds des Kantons Solothurn » und « NXTSTP, unterstützt durch das Kulturprogramm der Europäischen Union »
Mit Dank an: Charleroi/Danses
Die Veranstaltung wird ermöglicht durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und Kulturfonds Bayern.
Dauer: 80 Minuten, keine Pause