Basically I don’t but actually I do

Foto: Friedemann Simon

2. & 3. Februar 2010, 20.30 Uhr, Muffathalle
Einführung jeweils 19.45 Uhr
Publikums- und Künstlergespräch am 3. Februar nach der Vorstellung. Moderation: Eva-Elisabeth Fischer (SZ)

Ausgehend von einem Foto, das einen SS-Mann bei der Erschießung einer jüdischen Frau zeigt, erstellen der Choreograf Jochen Roller und seine israelische Kollegin Saar Magal in ihrer gemeinsamen Produktion einen Katalog aus Bildern und Situationen, die als Phantome der Erinnerung an den Holocaust in ihren Köpfen und Körpern gespeichert sind. Als Kinder der 3. Generation, als Enkel der Täter und Opfer, untersuchen sie auf choreografische Weise, wie diese Phantome der Erinnerung die Wahrnehmung der anderen Person beeinflussen. Was, wenn die Personen auf dem Foto Opa Roller und Oma Magal sind? Ohne direkten Zugang zur historischen Information, die mit ihren Großeltern verschwunden ist, erproben sie in unterschiedlichen Versuchsanordnungen auf der Bühne, von welchen Vorstellungen und Realitäten ihr deutsch-israelisches Verhältnis geprägt wird.

Jochen Roller
Jochen Roller, geboren 1971 in Berlin, lebt und arbeitet als Choreograf, Tänzer und Perfomancekünstler in Berlin. Nach einer klassischen Ballettausbildung studierte er Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Choreografie am Laban Centre in London. Seit 1997 entstanden zahlreiche Tanz- und Performanceprojekte, unter anderem die Solo-Trilogie ‚perform performing’ (2002 – 2004), die Gruppenstücke ‚Around the World’ (2002) und ‚mindgarden’ (2004), die kmh-Reihe ‚nouvelles frontières’ (2001) und die Duette ‚mnemonic nonstop’ (2005) und ‚Kojote’ (2006). Er nimmt an den Deutschen Tanzplattformen 2004 (mit ‚perform performing’) und 2006 (mit ‚mnemonic nonstop’) teil und tourt mit seinen Arbeiten international. Als Dozent für Choreografie und Performance unterrichtete er unter anderem an der Universität Hamburg, Lasalle College Singapur, Kunsthochschule Bern und
der Tanzakademie ‚El Barco’ in San José / Costa Rica. Seit 2007 kuratiert er das Tanzprogramm von Kampnagel in Hamburg.

Credits
von und mit: Jochen Roller, Saar Magal
Lichtgestaltung: Marek Lamprecht
Soundtrack: Paul Ratzel
Outside Eyes: Elisabeth Nehring, Regev Contes
Produktionsleitung: DepArtment / Harriet Lesch, Katharina von Wilcke
Eine Produktion von Jochen Roller und DepArtment in Koproduktion mit Kampnagel und
dem Goethe-Institut Tel Aviv. Gefördert durch die Behörde für Kultur, Sport und Medien
Hamburg und den Fonds Darstellende Künste e.V.

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Dauer: ca. 60 Minuten
Tickets: MünchenTicket (VVK-Start Mitte Dezember)

Weitere Infos: www.jochenroller.de