depARTures
Unique dance and performance from Québec/Canada

In den vergangenen beiden Jahren präsentierte JOINT ADVENTURES – Walter Heun im Rahmen seiner internationalen Gastspielsaison ACCESS TO DANCE unter dem Titel depARTures Gastspielreihen zu bestimmten Länderschwerpunkten, u.a. mit Arbeiten aus Katalonien und den Niederlanden. In diesem Herbst sind Arbeiten wichtiger Künstler*innen der Tanzszene Québecs nach München eingeladen, um ihre Arbeiten dem Münchner Publikum zu präsentieren.

Die ausgewählten Künstler*innen sind nicht nur in Québec von Bedeutung. In ihren choreografischen Ansätzen an der Schnittstellen zu anderen Disziplinen stehen sie teilweise an vorderster Front der künstlerischen Entwicklung im zeitgenössischen Tanz weltweit und definieren jeder für sich einen einzigartigen, eigenwilligen choreografischen Stil.

Das Projekt ist Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2020/2021. Es wird unterstützt durch die Botschaft von Kanada, die Vertretung der Regierung von Québec und das Conseil des arts et des lettres du Québec.

Künstler*innen
Gespräche

Im Anschluss an die Vorstellungen fanden Gespräche mit den Künstler*innen statt, die wir für alle, die nicht dabei sein konnten aufgezeichnet haben und auf YouTube zum Nachschauen bereit stellen.

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Louise Lecavalier
“Stations”

7. & 8. Oktober 2020
Carl-Orff-Saal

Die kanadische Tanzikone Louise Lecavalier war zwei Jahrzehnte international gefeierter Star in Edouard Locks Tanzkompanie LaLaLa Human Steps. Mit ihrer beispiellosen Tanztechnik, die ihresgleichen sucht, ist die platinblonde Rebellin aus Montréal eine der brillantesten zeitgenössischen Tänzerinnen der Gegenwart. In ihrer neuesten Arbeit „Stations“ wirft sich Lecavalier wie ein „Gladiator, den es immer wieder aufs Neue in die Arena zieht“, mit Leib und Seele in den Tanz. Mal in sich gekehrt, im nächsten Moment wie besessen, animalisch oder fluide – ihr Körper greift nach immer neuen Zuständen, als seien sie die Nahrung, um zu überleben.

Daniel Léveillé
“Solitudes Solo”

13. & 14. Oktober 2020
Muffathalle

Daniel Léveillé gehört seit vierzig Jahren zu einem der wichtigsten Vertreter der kanadischen Tanzszene. Typisch für seine Arbeiten ist ein radikal körperlicher Minimalismus – Tanz wie mit dem Skalpell in den leeren Raum gezeichnet. „Solitudes Solo“ markiert innerhalb seines Werks einen Wendepunkt: Jede Sequenz erforscht die Kraft der Unterbrechung. Während die Tänzer*innen sich zwischen schwungvollen und präzisen Gesten an den Grenzen des Ungleichgewichts bewegen, zeigen sie zugleich, wie ihr Tanz Immobilität entstehen lässt. Jede/r Tänzer*in verkörpert dabei Momente in einem Leben, das auf Einheit und Schönheit ausgerichtet ist, mit dem Wissen, dass dies nur auf die Gefahr hin erreicht werden kann, dass man stürzt oder zerbricht.

Mélanie Demers
“Icône Pop”

16. & 17. Oktober 2020
Schwere Reiter

Zu welcher/m Heiligen soll man beten? „Icône Pop“ verkörpert die Ambivalenz einer Gesellschaft, die die Orientierung verloren hat und der Selbstverherrlichung huldigt. Mélanie Demers verkörpert in ihrem Solo verschiedene Frauenbilder von gestern bis heute, von der heiligen, selbstaufopfernden Mutter bis zum mächtigen zeitgenössischen Popstar, der an der Schnittstelle zwischen Revolte und Zerfall verehrt wird. Zwischen dem Heiligen und dem Profanen zeichnet Demers ein Porträt fragmentierter weiblicher Identität. Ein spielerischer Zusammenprall zwischen religiösen und Pop-Ikonen von der Jungfrau Maria bis zu Beyoncé.

Daina Ashbee
“Serpentine”

19. & 20. Oktober 2020
HochX

Daina Ashbee thematisiert in ihren Arbeiten immer wieder die Gewalt und Rechtlosigkeit gegenüber indigenen Frauen in Kanada. Ihre Stücke wühlen auf, sind unerschrocken direkt und brutal ehrlich. „Serpentine“ ist eine Zusammenfassung ihrer Stücke „Unrelated“ (2014), „When the ice melts, will we drink the water?“ (2016) und „Pour“ (2016). Als kathartisches Solo der aus Mexiko stammenden Performerin Areli Moran zu einer Originalkomposition für elektrische Orgel von Jean-Francois Blouin erforscht es die Besetzung von Raum, Zeit und Präsenz. Die langsamen, sinnlichen Bewegungen der Performerin werden beharrlich wiederholt. Die Kraft der Wiederholung und Beharrlichkeit erlaubt einem Körper zu sprechen, den Raum zu besetzen, unsere Aufmerksamkeit zu absorbieren – immer und immer wieder.

Van Grimde Corps Secrets
“Eve 2050”

5. & 6. November 2020
Installation 19.00 – 23.00 h
Performance 20.30 h
7. November 2020
Installation 14.00 – 23.00 h
Performance 20.30 & 21.30 h
8. November 2020
Installation 11.00 – 18.00 h
Muffathalle

Wie werden in einer nahen Zukunft die Grenzen des Körpers und seiner Identität neu definiert? Mit ihrer interaktiven digitalen Installation Eve 2050 lädt Isabelle Van Grimde und ihre Kompanie Van Grimde Corps Secrets das Publikum zu einer künstlerischen Reflexion über die Zukunft von Mensch und Körper in einem Zeitalter digitaler Technologie, biomedizinischer Fortschritte und künstlicher Intelligenz ein.

Veranstalter: Muffatwerk im Rahmen von ACCESS TO DANCE

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Barrierefreiheit

Sofern nicht anders vermerkt, verfügen alle Spielorte über einen rollstuhlgerechten Zugang, d.h. der Eingang ist ebenerdig oder über einen Fahrstuhl erreichbar. Bitte beachten Sie, dass einige Orte des Rahmenprogramms nicht barrierefrei zugänglich sind. 

Carl-Orff-Saal

Im Gasteig
Rosenheimer Straße 5

S-Bahn alle Linien Rosenheimer Platz
Tram 15, 25 Rosenheimer Platz
Tram 17 Am Gasteig

Muffathalle

Zellstraße 4
81667 München

S-Bahn alle Linien Rosenheimer Platz, Isartor
Bus 132 Isartor / Zweibrückenstraße
Tram 17 Isartor, Deutsches Museum
Tram 25 Rosenheimer Platz

Schwere Reiter

Dachauer Straße 114
80636 München

Bus 53 Leonrodplatz
Nachtbus 43, 44 Leonrodplatz
Tram 20, 21 Leonrodplatz

HochX

Entenbachstraße 37
81541 München

U-Bahn U1, U2, U7, U8 Kolumbusplatz
Bus 132 Fraunhoferstraße