Liza Penkova
“Old School Class – Future Possibilities”

10. – 14. August 2026
9.30 – 11.30 H
Kulturzentrum LUISE
Ruppertstraße 5
Studio C
Professionals
Sprache EN

Anmeldung

Das 20. Jahrhundert prägten moderne, postmoderne und zeitgenössische Tanzpraktiken, die jeweils die kulturellen und sozialen Kontexte ihrer Zeit widerspiegelten und gesellschaftliche Normen in Frage stellten. Heute entwickelt sich der zeitgenössische Tanz als Reaktion auf diese kanonisch geprägte Tradition weiter und legt Schwerpunkte auf Themen wie Inklusion, Klimaschutz oder Empowerment-Diskurse.

Doch wann wird das einst radikal Neue wieder zur Norm? Vermeintlich neue Ästhetiken tarnen oft alte Strukturen. Und wer Normen brechen will, muss sie zuerst verstehen. Denn dieses Wissen bietet die Basis, um Visionäres zu erschaffen.

Liza Penkowa hinterfragt in diesem Kurs das grundlegenden Training, das die Geschichte des westlichen zeitgenössischen Tanzes geprägt haben. Denn jede Technik entspringt einer Tradition, einem Dialog, einer Kontinuität, einer Vorstellung von Macht, die das Vorangegangene sowohl nährt als auch reflektiert. Zwischen strukturierter Improvisation und festgelegten “Old School” Bewegungsabläufen wie Grahams Kontraktionen, Paxtons Undulationen, Cunninghams Rückenstreckungen, Labans räumlicher Harmonie, Dunhams Isolationen, Matt Mattox’ Koordinationsarbeit bis hin zum verfeinerten Bewusstsein für den Muskeltonus in Release-Techniken, erforscht der Kurs für professionelle Tänzer:innen, wie Geschichte, Form und körperliche Ideologien aufeinandertreffen. Im gemeinsamen Nachvollziehen vergangener Paradigmenwechsel entsteht das körperliche Bewusstsein, bestehende Normen zu durchbrechen.

Liza Penkova ist eine schwedische Tänzerin, Choreografin, Performerin und Forscherin, die in Göteborg lebt. Sie studierte an der Königlichen Schwedischen Ballettschule und bei P.A.R.T.S. und hat einen Master-Abschluss in Choreografie mit Schwerpunkt Tanzdidaktik von der Stockholmer Universität der Künste.

Ihre künstlerische Praxis hat ihre Wurzeln in der Bewegungsforschung und setzt sich mit Archiven, Erinnerung sowie der Geschichte des Tanzes und anderer Künste auseinander. Sie verbindet Dokumente, Erinnerungen, Archivmaterial und gelebte Erfahrungen zu einem einheitlichen choreografischen Gewebe. Penkovas Arbeit ist geprägt von ihrer langjährigen Tätigkeit als Tänzerin bei Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas in Brüssel sowie von Kooperationen mit Choreografen wie Michèle Noiret und Helena Franzén. Zudem hat sie mit unabhängigen Künstler:innen in ganz Europa zusammengearbeitet, darunter Veli Lehtovaara, Georgia Vardarou und das Kollektiv PhD in dem Stück „One Night”, und dabei eine interdisziplinäre und forschungsorientierte choreografische Sprache entwickelt. Neben ihrer künstlerischen Arbeit ist sie im schwedischen Kulturbereich als Vorstands-Vorsitzende von Konstkollektivet und als Produzentin bei Vitlycke – Zentrum für darstellende Künste – tätig.