
SEDA – Salavisa European Dance Award
Die fünf Finalist:innen des mit 150.000 Euro dotierten SEDA – Salavisa European Dance Award stehen fest: Lukas Avendaño aus Mexiko, Chiara Bersani aus Italien, Dan Daw aus Australien, Mamela Nyamza aus Südafrika und der Wahl-Berliner Jefta van Dinther aus den Niederlanden/Schweden konkurrieren nun um die Auszeichnung, die in diesem Jahr auf Initiative der Calouste Gulbenkian Stiftung und von acht europäischen Tanzfestivals und -veranstaltungsorten zum zweiten Mal verliehen wird. Sie richtet sich an vielversprechende Künstler:innen aus der ganzen Welt, die sich durch ihre einzigartigen Qualitäten im Tanz auszeichnen und die dabei unterstützt werden sollen, ihre internationale Reputation auszubauen.
Die Finalist:innen gingen aus der Abstimmung eines Komitees hervor, das sich aus je einem Vertreter beziehungsweise einer Vertreterin der neun Partnerinstitutionen des Preises zusammensetzt. Neben JOINT ADVENTURES – Walter Heun gehören dazu auch Dansehallerne (Dänemark), die Fondazione Fabbrica Europa per le arti contemporanee ETS (Italien), KVS (Belgien), das Maison de la Danse/ Biennale de la Danse (Frankreich), Mercat de les Flors (Spanien), Sadler's Wells (Vereinigtes Königreich) und das Tanzquartier Wi en (Österreich). Die Arbeit der nominierten Künstler:innen wird nun von einer unabhängigen Jury renommierter Tanzexpert:innen, bestehend aus Ilgaz Gurur Ertem, La Ribot und River Lin, bewertet. Der Gewinner beziehungsweise die Gewinnerin wird im November 2026 im Rahmen eines Festakts in der Calouste Gulbenkian Stiftung in Lissabon bekannt gegeben.
Über die Jury
Ilgaz Gurur Ertem
Als interdisziplinäre Wissenschaftlerin, Soziologin, Kuratorin und Pädagogin im Bereich somatische Bewegung und Tanz untersucht Ilgaz Gurur Ertem die Schnittstellen zwischen Kunst, Sozialtheorie und politischem Denken. Ihre Texte befassen sich mit zeitgenössischem Tanz und Performance, Kultur- und kuratorischer Politik, europäischen Kunstnetzwerken und den Schnittstellen zwischen Sozialtheorie, körperlichen - und verkörperten Praktiken.
La Ribot
Mit ihrer Kunst, die Ende der 1980er Jahre am Ende des demokratischen Übergangs Spaniens aufkam, hat La Ribot den zeitgenössischen Tanz entscheidend geprägt. Sie hinterfragt die Rahmenbedingungen und Strukturen von Räumen und bedient sich frei der Ausdrucksmittel von Theater, bildender Kunst, Performance, Kino und Video, um die konzeptuelle Landkarte der Choreografie zu verschieben.
River Lin
Der in Paris lebende, taiwanesische Künstler und Kurator River Lin forscht zwischen Live-Kunst, Tanz und Queer-Kultur. Seine kuratorische Arbeit konzentriert sich auf gesellschaftliches Engagement, die Produktion von intra-asiatischem Wissen, den Aufbau kultureller Infrastrukturen und die "Queerisierung" institutioneller Agenden.
Über den Preis
Der SEDA – Salavisa European Dance Award ist dem portugiesischen Tänzer, Lehrer und künstlerischen Leiter Jorge Salavisa (1939-2020) gewidmet. Er wird alle zwei Jahre an Künstler:innen aus der ganzen Welt verliehen, die aufgrund ihres künstlerischen Diskurses oder ihres sozialen und kulturellen Hintergrunds in Europa noch wenig bekannt sind. Neben dem Preisgeld in Höhe von 150.000 Euro umfasst der Salavisa European Dance Award auch Gastspieleinladungen der neun europäischen Partnerinstitutionen. Erstmals ausgezeichnet wurden 2024 Dorothée Munyaneza und Idio Chichava.
Weitere Informationen: https://gulbenkian.pt/en/salavisa-europeandance-award/


