Jefta van Dinther
„Mercury Rising“


21. und 22. November 2026
Schwere Reiter
20.00 Uhr

Tickets
25 EUR / 18 EUR ermäßigt

Dauer: ca. 60 Minuten 

Tickets 21.11.2026

Tickets 22.11.2026

 

„Mercury Rising“ entspringt einer phänomenologischen Erkundung der Sprache. Die in Zusammenarbeit mit Dawn Jani Birley, Rita Mazza und Lukas Malkowski entstandene und von ihnen aufgeführte Performance kartografiert sowohl uralte als auch zukünftige nichtlineare Sprachen und bewegt sich dabei im Spannungsfeld zwischen Kommunikation, Gestik, Handlungsfähigkeit und Körperlichkeit. „Mercury Rising“ positioniert den Körper als einen flüchtigen Ort des Diskurses – einen Ort, an dem Bedeutung durch Bewegung geschaffen, aufgelöst und transformiert wird.

Das Werk lädt das Publikum dazu ein, eine Fülle von Zeichen zu entschlüsseln, erforscht zugleich aber auch die Schlüpfrigkeit der Interpretation und befreit uns letztendlich von dem Bedürfnis nach dem Wörtlichen oder dem Erklärenden. Unter Einbeziehung verschiedener Gebärdensprachen und für alle Zuschauer:innen konzipiert – einschließlich gehörloser und hörender Zuschauer:innen – thematisiert „Mercury Rising“ die Komplexität der menschlichen Kommunikation am Rande eines Paradigmen-wechsels. Was wir letztendlich teilen, ist nicht Gewissheit – sondern die Unmöglichkeit vollständigen Verständnisses und der Drang, dennoch eine Verbindung herzustellen.

Jefta van Dinther (SE/DE) (er/ihm) ist Choreograf und Tänzer. Seine Arbeit zeichnet sich durch einen konsequent körperlichen Ansatz und die choreografische Erforschung von Bewegung aus. Der bewegte Körper steht im Zentrum seiner Praxis und tritt zugleich in Wechselwirkung mit Licht, Klang und Materialien. Im Mittelpunkt steht die Frage, was es bedeutet, Mensch zu sein – untersucht im Verhältnis zu Gesellschaft, Gemeinschaft und Umwelt sowie zu anderen Lebensformen und nicht-menschlichen Wesen. Seine Performances bewegen sich dabei bisweilen in metaphysischen und jenseitigen Sphären und setzen sich mit Themen wie Illusion, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Synästhesie, Dunkelheit, Arbeit, Sexualität, dem Unheimlichen, Affekt, Stimme und Bild auseinander.

Rita Mazza (They/sie) ist eine in Berlin lebende Performancekünstler:in, künstlerische Leiter:in und Gebärdensprach-Choreografin, die sich auf visuelle Gebärdensprach-Performances spezialisiert hat. Geboren in Turin, Italien, studierte sie an der Hochschule für Musik, darstellende Kunst, Film und neue Medien. Sie spielt die Hauptrolle im preisgekrönten Theaterstück „Children of a Lesser God“. 2020 war sie Artist-in-Residence im Rahmen des Projekts „Making a Difference“, wo sie die Verbindung von Gebärdensprache und Tanz erforscht. Daraus entstand 2021 die Solo-Performance „Dandelion II“. Zu ihren jüngsten Arbeiten zählen „Space 1880“ (2021), „Matters of Rhythm“ (2023) und „The Voice“ (2024). Zudem arbeitet sie als Kurator:in und Berater:in für Gebärdensprachkunst und Barrierefreiheit in der Kunst.

Lukas Malkowski (er/They) ist ein Performance-Künstler:in, der zwischen Kanada und Deutschland lebt und sich mit der Verkörperung von Physik, Stimme und Gebärdensprache beschäftigt. Er erwarb seinen BFA an der Toronto Metropolitan University. Er hat abendfüllende Stücke, Ambient-Inszenierungen, Musikvideos und Filme für Sam Slater (Soundtrack zu „Joker“), LBT, 7th Plain (Luke Slater), „John Wick 4“, das CTM Festival, das Festival Trans Amérique und das Schrittmacher Festival choreografiert. Seine Lehrmethode „Flowmentum“ basiert auf der Verkörperung physikalischer Phänomene durch Sehen und Tasten. Derzeit arbeitet er mit Guillaume Côté, Robert Lepage und Naishi Wang zusammen und tourt weltweit.

Dawn Jani Birley (sie/They) ist eine kanadisch-finnische Schauspieler:in, Übersetzer:in und Theaterberater:in mit einem ausgeprägten Hintergrund im physischen Theater und in der Bewegungsarbeit. Ihre Arbeiten schlagen eine Brücke zwischen der Welt der Gebärdensprache und der Welt ohne Gebärdensprache und bringt Kreative zusammen, um etablierte Theaternormen durch facettenreiches Storytelling herauszufordern, das sowohl bei gehörlosen als auch bei hörenden Zuschauern Anklang findet. Sie hat einen Master of Arts in Körpertheater mit Auszeichnung von der St. Mary’s University in London und ist Gründer:in des 1s1 Theatre in Toronto. Zu ihren Eigenproduktionen zählen „To A Flame“ (2025), „Qalb – A Journey of the Ego“ (2024) und „Lady M (Margaret)“ (2023). Zu ihren Engagements zählen „Lysistrata“ (2025) mit dem Teater Manu in Oslo und „Sanaton Rakkaus“ (Children of a Lesser God) (2019) mit dem Espoon kaupunginteatteri in Helsinki.

 

Choreografie: Jefta van Dinther
Kreation und Performance: Rita Mazza, Dawn Jani Birley, Lukas Malkowski
Kostüme und Bühnenbild: Cristina Nyffeler
Lichtdesign: Jonatan Winbo
Sounddesign: David Kiers
Hintergrundbild: Gonçalo Sena
Dramaturgie: Gabriel Smeets
Künstlerische Beratung: Maja Zimmermann
Technische Leitung: Andrea Parolin und Fabian Bleisch
Licht: Fabian Bleisch
Ton: Andrea Parolin 


Management: Sven Neumann
Vertrieb: Sarah De Ganck, ART HAPPENS
Produktionsleitung: Uta Engel und Romy Hansford-Gerber
Finanzmanagement: transmissions GmbH (DE) und Interim kultur AB (SE)
Produktion: Jefta van Dinther
Koproduktion: Norrlandsoperan Umeå, Cndc – Angers (Accueil Studio), Dansens Hus Stockholm, Dansnät Sverige, HAU Hebbel am Ufer Berlin, PACT Zollverein Essen
Gefördert durch: Senatsverwaltung für Kultur und sozialen Zusammenhalt Berlin und Fonds Darstellende Künste
Im Jahr 2025 wurde Jefta van Dinther vom Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie vom Schwedischen Kulturrat gefördert
Wir danken dem Canada Council for the Arts für seine Unterstützung
Gastspielförderung: Nationales Performance Netz Gastspielförderung Tanz, gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder

Veranstaltet von JOINT ADVENTURES – Walter Heun im Rahmen von ACCESS TO DANCE 2026

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