Anne Teresa De Keersmaeker / Rosas
„Rosas danst Rosas“

Eröffnung
4. & 5. August 2026
20.30 H
Muffathalle

Tickets 4. August 2026Tickets 5. August 2026

25-45 EUR / 20 EUR ermäßigt

Barrierefrei

4. August 2026
PHYSICAL INTRODUCTION mit Susanne Schneider
19.30 H
Muffatstudios
Im Anschluss an die Vorstellung im Muffatcafé KÜNSTLER:INNENGESPRÄCH

 

„Ich hatte das Gefühl, es ist einfach so, wie ich bin. Und ich wollte kein Etikett. Aber heute, nach 45 Jahren Arbeit als kreative Künstlerin, als Mutter und Frau bekenne ich mich zum Feminismus. Ja, ,Rosas danst Rosas‘ war ein feministisches Statement – aber das war nicht der Plan.“ – Anne Teresa De Keersmaekers

Mit „Rosas danst Rosas“ schuf Anne Teresa De Keersmaeker 1983 eines der prägendsten Werke des postmodernen Tanzes und begründete damit ihren internationalen Durchbruch. Aufbauend auf dem minimalistischen Ansatz von „Fase“ (1982) entwickelt die Choreografie aus reduzierten, präzisen Bewegungen eine komplexe Struktur, in der Wiederholung zum zentralen Ausdrucksmittel wird. Kraftvolle, beinahe obsessive Bewegungssequenzen treffen auf alltägliche Gesten und erzeugen eine intensive Spannung zwischen formaler Strenge und emotionaler Präsenz.

Vier Tänzerinnen durchlaufen unablässig wiederkehrende Abläufe, als würden sie sich selbst tanzen. Aus Rhythmus, Beharrlichkeit und körperlicher Erschöpfung entsteht eine eindringliche Dynamik, die bereits bei der Uraufführung als explizit weibliche und feministische Position gelesen wurde. Die parallel zur Choreografie entstandene Musik von Thierry De Mey und Peter Vermeersch verstärkt mit ihren repetitiven Klangstrukturen die hypnotische Wirkung des Stücks.

Die 1997 von Thierry De Mey inszenierte Filmversion wurde ebenfalls zu einer internationalen Ikone und machte „Rosas Dances Rosas“ einem Publikum weit über die Tanzwelt hinaus bekannt. Das Werk lebt heute durch die partizipative Online-Plattform „Re:Rosas!“ weiter: Tanzbegeisterte aus aller Welt lernen dort eine vereinfachte Version der berühmten Stuhlsequenz und teilen ihre eigenen Interpretationen. Bis heute wurden bereits 692 Videos aus aller Welt eingereicht. Seit seiner Uraufführung wurde das Stück fast 500 Mal von Tänzern aus fünf Generationen aufgeführt. Die aktuelle Wiederaufnahme bringt „Rosas danst Rosas“ nun mit einer völlig neuen Besetzung auf die Bühne.

Anne Teresa De Keersmaeker studierte Tanz an Maurice Béjarts Mudra School in Brüssel sowie an der NYU Tisch School of the Arts in New York. 1983 gründete sie in Brüssel die Compagnie Rosas während der Entstehung von „Rosas danst Rosas“. Im Zentrum ihres Schaffens steht seither die Verbindung von Tanz und Musik. Ihre Arbeiten verbinden choreografische Präzision mit Einflüssen aus Geometrie, Zahlenstrukturen, Natur und sozialen Dynamiken. 1995 gründete sie in Zusammenarbeit mit La Monnaie / De Munt zudem die renommierte Tanzschule P.A.R.T.S. in Brüssel.

De Keersmaeker erforscht die Ausdruckskraft von Bewegung und deren enge Verbindung zur Musik. In Zusammenarbeit mit Musiker:innen, bildenden Künstler:innen, Schauspieler:innen und Autor:innen entwickelte Rosas eine präzise choreografische Sprache, die Tanz als Komposition von Bewegung in Raum und Zeit versteht und zugleich Bezüge zu Geometrie, Kunst und Sprache herstellt.

Credits:

Choreografie: Anne Teresa De Keersmaeker
Kreiert von: Adriana Borriello, Anne Teresa De Keersmaeker, Michèle Anne De Mey, Fumiyo Ikeda
2026 getanzt von: Jasmine Achtari, Eva Galmel, Nina Godderis, Momiji Kuromaru
Musik: Thierry De Mey, Peter Vermeersch
Musiker: Thierry De Mey, Walter Hus, Eric Sleichim, Peter Vermeersch
Licht Design: Remon Fromont
Kostüme: Rosas
Produktion: 1983-Rosas, Kaaitheater, 2026-Rosas
Premiere: 6 May 1983, Théâtre de la Balsamine (Brussels), Presentation Kaaitheaterfestival

Die Wiederaufnahme wird von Dance Reflections von Van Cleef & Arpels unterstützt.
Rosas wird von The Flemish Community und the Flemish Community Commission (VGC) gefördert.