
ZINADA
„Nami“
Uraufführung
6. & 7. August 2026
20.30 h
Schwere Reiter
Tickets 6. August 2026Tickets 7. August 2026
25 EUR / 18 EUR ermäßigt
Barrierefrei
Förderung: „Nami“ wird gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Mit freundlicher Unterstützung von Tanztendenz München e.V. und dem Rat & Tat Kulturbüro.
Uraufführung im Rahmen der TANZWERKSTATT EUROPA 2026
Auf der Bühne: Kyung Mee Lee und Jin Lee, Mutter und Tochter. Eine Familie, Erinnerungen, geteilte Vergangenheiten, gemeinsame Wege und derselbe Schmerz. Beide haben nie mütterliche Liebe erfahren. Beide suchten ihr Leben lang nach jener Wärme, dem Gefühl bedingungsloser Zuwendung, des Beschütz- und Umfangenseins. In „Nami“ begegnen sich Mutter und Tochter im gemeinsamen Willen zur Veränderung. Wie können wir die Wärme unserer Mütter finden, die wir nie erfahren haben? Können wir diesen Mangel gemeinsam ausgleichen?
Als Jin Lees Großmutter zehn Jahre alt war, endete der Koreakrieg. Er hinterließ Millionen Tote, ein gespaltenes, zerstörtes Land und eine Bevölkerung, deren Traumata privatisiert und über die geschwiegen wurde. Die Großmutter sprach nie über ihre körperlichen und seelischen Schmerzen, verarbeitete sie nie, brachte ihre Kinder zu Welt und misshandelte später die eigene Tochter. Die Narben dieser Misshandlungen gruben sich als tiefe Spuren, die nie ganz verheilten, in Jin Lees Mutter ein und beeinflussten unweigerlich ihre Beziehung zur eigenen Tochter. Schmerz erzeugte weiteren Schmerz, und wurde von einer Generation zur nächsten weitergegeben.
Diesen Kreislauf zu verstehen, die gesellschaftlichen Wurzeln des Schmerzes freizulegen und das Trauma zu entprivatisieren, verhalf Mutter und Tochter, nicht nur die Geschichte der Großmutter neu einzuordnen, sondern auch ihre eigene distanzierte Beziehung. In Nami teilen beide ihre Suche nach Heilung, nach Vergebung, nach Zuhören und Verstehen. Sie fragen in einer Zeit schwindender gesellschaftlicher Solidarität und wachsender globaler Abschottung nach Zusammenhalt, Empathie und nach der Bedeutung kleiner Gesten der Sanftheit.
Im Jahr 2022 gründeten die südkoreanischen Künstler:innen Jin Lee und Jihun Choi das Performance-Kollektiv ZINADA. In ihren Werken erforschen sie Themen wie Migration, Adoleszenz, Dissonanz und vererbte Trauer, die sich in poetischen und physischen Formen entfalten. Die physische Intensität und emotionale Resonanz der Performances entführen das Publikum in eine Atmosphäre der Empathie, in der durch Abstraktion Bilder und persönliche Erinnerungen an die Oberfläche treten können.
ZINADA erforscht kontinuierlich die Schnittstellen zwischen Tanzperformance und anderen Genres und strebt danach, Publikum aller Altersgruppen anzusprechen. Die Herangehensweisen sind dabei ebenso breit gefächert und vielfältig wie die daraus resultierenden Performances. Die kontrastierenden Hintergründe und Persönlichkeiten von Lee und Choi bilden eine kreative Kraft, die jedem Stück eine unverwechselbare und unerwartete Form verleiht.
Ihre Debütproduktion HUABUN feierte 2023 in München erfolgreich Premiere. Die zweite Produktion MUJE/무제 war im Januar 2025 im HochX Theater & Live Art mit drei ausverkauften Vorstellungen zu sehen. 2024/25 wurde ZINADA von explore dance eingeladen und schuf die Pop-up-Performance „WUW – Wind und Wand“ für junges Publikum ab 10 Jahren. Alle Produktionen sind derzeit international auf Tour, unter anderem in Deutschland, der Schweiz, Italien, Südkorea und Slowenien. Am 6. und 7. August 2026 wird das neue Werk Nami im Rahmen der Tanzwerkstatt Europa Premiere feiern, gefördert durch das Kulturreferat München und dem Fonds Darstellende Künste.
Credits:
Künstlerische Leitung, Choreografie: ZINADA (Jin Lee & Jihun Choi)
Tanz, Performance: Jin Lee, Kyung Mee Lee
Dramaturgie: Nitsan Margaliot
Lichtdesign: Ramona Lehnert
Kosttümdesign: Carla Renée Loose
Komposition/Musik: Benny Omerzell, Shin Hye Jung
Künstlerische Produktion: Laura Manz
Filmografie: Alpay Akcan, Mikael Champs
Videodokumentation: Tim Bergmann
Physical Introduction: Susanne E. Schneider
Presse/ÖA: Simone Lutz
Fotografie: Christina Gerg

